Kompensatoren

Entsprechend ihrer physikalischen Eigenschaften dehnen sich die meisten Materialien bei Temperaturanstieg aus und ziehen sich mit abnehmender Temperatur zusammen.

In Rohrleitungssystemen macht sich dieser Vorgang im Wesentlichen durch Längenänderungen in den einzelnen Rohrleitungssträngen bemerkbar.

Da Rohrleitungen im Allgemeinen an mindestens zwei Anschlusspunkten fixiert sind, führen Längenveränderungen im System zu thermischen Spannungen im Material und zu größeren Wirkungskräften an den Anschlusspunkten.

Soweit möglich, wird versucht, die Rohrleitungsdehnung durch eine elastische Verlegung im System aufzunehmen, d. h. natürlich zu kompensieren.

Wenn alle Möglichkeiten des natürlichen Dehnungsausgleichs ausgeschöpft sind, werden zur Aufnahme von Längenveränderungen Kompensatoren notwendig.

Zusätzlich sind beim Betrieb von Kompressoren, Pumpen, Turbinen oder Motoren die entstehenden mechanischen Schwingungen so zu dämpfen, dass an den angeschlossenen Rohrleitungen, Armaturen und Unterstützungskonstruktionen keine Schäden verursacht werden.

Kräfte und Momente an den Düsen von Kompressoren, Turbinen, Behältern und anderen Kraftwerkskomponenten sind begrenzt und dürfen nicht überschritten werden.

In all diesen Fällen können Kompensatoren verwendet werden.

Kernstück eines jeden Kompensators ist der Metallbalg(*), der durch seine Wellengeometrie und dünnwandige Ausführung als Feder wirkt, wobei er nachfolgende Basisbedingungen erfüllen muss, um als Dehnelement Verwendung zu finden:

Er muss

  • den Betriebs- und Testbedingungen (Druck, Temperatur) des Rohrleitungssystems standhalten
  • gegenüber inneren (Durchfluss) und äußeren Einflüssen (Witterung) korrosionsbeständig sein
  • ausreichende Flexibilität bieten, um thermische Ausdehnungen und mechanische Schwingungen mit der geforderten Widerstandsfähigkeit (Lebensdauer) auszugleichen
  • ausreichend widerstandsfähig gegen Verdrehung sein

(*) Ausnahme sind Gummikompensatoren

BOA Group Metallkompensator
BOA Group Gummikompensator

Kompensatoren mit Edelstahlbälgen

Die BOA Group bietet ein großes Angebot an Edelstahlkompensatoren, die für zahlreiche Anwendungen geeignet sind.

Das Portfolio der BOA Group besteht im Wesentlichen aus drei verschiedenen Serien:

  • Standardprodukte: Kompensatoren bis DN 150 (6“)
  • Industrieprodukte: Edelstahlkompensatoren bis DN 1.000 (40“)
  • Spezialanfertigungen: Edelstahlkompensatoren > DN 1.000

Das Herzstück jedes Kompensators ist der Metallbalg. Dank moderner Design- und Fertigungsstandorte bieten die BOA-Kompensatoren folgende Vorteile:

  • Hohe Flexibilität
  • Kurze Baulängen
  • Hohe Bewegungskapazitäten
  • Langlebigkeit und Resistenz gegen aggressive Medien

Die BOA Group nutzt annähernd jede Art der Balgumformung, um ihren Kunden die bestmögliche Lösung anzubieten: Hydraulische oder elastomere Umformung, Stanzen, sowie mechanisches Walzen.

Axialkompensatoren

BOA Axialkompensatoren

Diese Kompensatoren sind geeignet zur Aufnahme axialer Bewegungen in Rohrleitungssystemen. Der Vorteil von Axialkompensatoren ist die Tatsache, dass sie relativ wenig Platz einnehmen und keine Richtungsänderungen im Rohr benötigen. Beim Einbau von Axialkompensatoren sind geeignete Fixpunkte und Führungen nötig. Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen an unsere Ingenieure.

Die BOA Group bietet zwei Arten von Axialkompensatoren an:

  • Standardserie: (Axial-)Kompensatoren bis DN 150 (6“)
  • Industrieserie: Edelstahlkompensatoren > DN 150 (6“)

Abhängig vom geforderten Typ gehen die Größen im Industriebereich bis DN 1.000 (40").

Neben unserem Standard- und Industrieprogramm, stellt BOA auch spezielle Kompensatoren gemäß Kundenanforderungen her. Durchmesser von mehreren Metern sind keine Ausnahme!

Lateralkompensatoren

BOA-Lateralkompensatoren

Ein Lateralkompensator arbeitet auf dieselbe Weise wie ein Angularkompensator. Er nutzt die Eigenschaften eines Balges, um sich in angulare Richtung zu bewegen. Die laterale Bewegungsfähigkeit ist das Ergebnis der angularen Rotation des Balges und dem Balgmittenabstand. Je größer der Abstand zwischen den Bälgen ist, desto größer ist die Bewegung.

Durch einen größeren Balgmittenabstand lässt sich die Verstellkraft des Kompensators reduzieren. Der Lateralkompensator ist im Gegensatz zum Angularkompensator eine selbständige Dehnungseinheit, die ein komplettes Zwei-Gelenksystem darstellt.

Die Lateralkompensatoren werden in der Regel mit 50 % der Dehnungsaufnahme vorgespannt eingebaut. Die Einbringung der Vorspannung erfolgt zweckmäßigerweise am fertiggestellten System.

Angularkompensatoren

BOA-Angularkompensatoren

Angularkompensatoren werden für große angulare Bewegungen in ein oder zwei Ebenen verwendet.

Angularkompensatoren werden für die Kompensation langer Rohrleitungsstrecken in Fernleitungen genutzt. Ein System aus Kompensatoren wird aus Standardelementen hergestellt. Dieses benötigt zwei oder drei Kompensatoren. Die Verwendung von Angularkompensatoren erfordert immer eine Änderung der Richtung des Rohrleitungssystems. Daher werden sie vorzugsweise dort angebracht, wo ein 90° Bogen ursprünglich vorgesehen war. Die Dehnungsaufnahme eines Systems von Angularkompensatoren ist praktisch unbegrenzt. Sie wird durch den zulässigen Bewegungsbereich der Angularkompensatoren und der Länge des Rohrabschnitts zwischen zwei Kompensatoren bestimmt.

Vorteile:

  • Beinahe unbegrenzte Dehnungsaufnahme
  • Reduzierte Last an den Ankerpunkten
  • Modulare Konzeptanwendung
  • Verwendung von normalen Führungen

Nachteile:

  • Änderung der Rohrleitungsrichtung ist immer nötig
  • Benötigt mehr Raum als vergleichbare Axialkompensatoren
  • Zwei oder drei Kompensatoren für ein System nötig

Expansion Joints Selektor

Der BOA Constructor, eine Datenbank zur Auswahl von Kompensatoren, bietet die Möglichkeit einen passenden Kompensator nach Ihren individuellen Anforderungen zu suchen.

Expansion Joints Selektor

Hydraulisch umgeformte Kompensatoren

Daten & Downloads: HUB (Hydraulisch Umgeformte Bälge) 1 - 5 Lagen

Elastomer umgeformte Kompensatoren

Einbauvorschriften Kompensatoren

Gummi-/PFTE-Kompensatoren

BOA-Gummikompensatoren

Gummi- und PFTE-Kompensatoren sind in allen Bereichen der Industrie sowie in Heizungs-, Lüftungs- und Klimasystemen einsetzbar.

Typische Beispiele sind:

  • Chemische und petrochemische Industrie
  • Heizungs-, Lüftungs- und Klimasysteme
  • Schiffbau
  • Rohrleitungsbau

Der Hauptunterschied zwischen Gummi- und PFTE-Kompensatoren besteht in der Korrosions- und Temperaturbeständigkeit, welche bei PFTE-Kompensatoren deutlich höher ist.

Gummi- und PFTE-Kompensatoren von sind geeignet für:

  • Schwingungsaufnahme
  • Aufnahme von axialen oder lateralen Spannungen
  • Aufnahme von Einbautoleranzen
  • Geräuschminderung

Datenblätter für Gummikompensatoren